50 Prozent der inhabergeführten Familienunternehmen in Deutschland haben ein Nachfolgeproblem

By on September 29, 2017

Rund die Hälfte der inhabergeführten Familienunternehmen in Deutschland muss sich aktuell mit dem Thema Nachfolge beschäftigen. Dies hat eine Analyse der Personalberatung Odgers Berndtson unter den 100 größten Familienunternehmen in Deutschland ergeben. Grund hierfür ist das Erreichen der Altersgrenze der im Management vertretenen Familienmitglieder. Auch im Aufsichts- bzw. Stiftungsverwaltungsrat gibt es Handlungsbedarf. Hier haben mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die über einen Familienvertreter in dem Gremium verfügen, aus Altersgründen die Frage der Nachfolge zu lösen.

„Entscheidend für eine erfolgreiche Stabübergabe ist die gute und rechtzeitige Vorbereitung beispielsweise durch einen Familienkodex sowie eine umfassende Qualifizierung der potenziellen Nachfolger in der Familie“, sagt Jürgen van Zwoll, Partner bei Odgers Berndtson, der Familienunternehmen bei der Besetzung ihrer Führungs- und Kontrollgremien berät. „Wichtig ist darüber hinaus auch der konsequente Rückzug der abtretenden Führungsriege. Die Junioren wollen meist ihre Handschrift im Unternehmen hinterlassen,“ beobachtet Experte van Zwoll.

Rund 135.000 Familienunternehmen in Deutschland, in denen etwa zwei Millionen Arbeitnehmer beschäftigt sind, werden laut Institut für Mittelstandsforschung Bonn bis 2018 an Nachfolger übergeben. Vor allem in den 100 umsatzstärksten Familienunternehmen Deutschlands, zu denen neben Volkswagen, BMW und Merck u.a. auch Deichmann, Vorwerk und Vaillant gehören, gibt es Handlungsbedarf. Wie die Analyse von Odgers Berndtson zeigt, muss sich rund die Hälfte der Unternehmen, die ein Familienmitglied auf der ersten Führungsebene haben, mit dem Thema der Nachfolge beschäftigen, da mindestens eines der im Management vertretenen Familienmitglieder bereits über 60 Jahre alt ist. Im Aufsichts- bzw. Stiftungsverwaltung, in denen die Eigentümerfamilien meist noch stärker vertreten sind, sind sogar mehr als zwei Drittel der Unternehmen aus Altersgründen mit der Frage der Nachfolge konfrontiert.

Die Entscheidung über die Übergabe fällt dabei grundsätzlich zwischen den drei Optionen: Weiterführung in Familienhand, Übergabe an einen familienfremden Manager oder Verkauf des Unternehmens. Die endgültige Trennung vom Familienerbe wird jedoch eher selten gewählt. Die meisten Familienunternehmen gehen von einer operativen Weiterführung durch ein oder mehrere Familienmitglieder aus. Auch eine Mischgeschäftsführung aus familieninternen und externen Geschäftsführern ist denkbar. „Für den Prozess der Stabübergabe gibt es kein Patentrezept. Jede Unternehmerfamilie muss ihren Weg finden, um das eigene Unternehmen in die Zukunft zu führen oder führen zu lassen“, kommentiert Jürgen van Zwoll. „Wird ein externer Manager gesucht, so hat der ‚Cultural Fit‘ eine hohe Bedeutung. Denn Führung ist in Familienunternehmen persönlicher als zum Beispiel in börsennotierten Unternehmen.“

Weitere Informationen unter www.odgersberndtson.com


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