AlixPartners Aerospace & Defence Studie 2016: Die 100 größten Unternehmen erzielen Rekordgewinne, doch Risikofaktoren beeinträchtigen Ausblick

By on Juli 11, 2016

Die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie sieht sich laut der jährlichen Studie von AlixPartners durch neue Marktteilnehmer und Digitalisierung mit tief greifendem Wandel konfrontiert. Die 100 größten Unternehmen der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie erzielten Gewinne in Rekordhöhe, gleichwohl könnten weniger Neuaufträge für Verkehrsflugzeuge und makroökonomische Faktoren für Gegenwind sorgen.

  • Zivile Luftfahrt: Gewinne in der zivilen Luftfahrt (Flugzeug- und Triebwerkshersteller, Lieferanten, Leasing- und MRO-Unternehmen) sind gegenüber dem Vorjahr um 11% auf 34 Mrd. USD zurückgegangen, wobei die größten Gewinneinbußen bei Flugzeugherstellern (OEMs) und deren Zulieferern zu verzeichnen waren.
  • Fluggesellschaften: Fluglinien erzielen Rekordgewinne mit einem weltweiten Profit-Pool in Höhe von fast 60 Mrd. USD. US-Fluglinien sind führend beim Gewinn, Airlines aus der Golf-Region liegen an der Spitze beim Wachstum. Europäische und asiatisch-pazifische Gesellschaften sind kontinuierlich dem Druck von Low-Cost-Fluglinien ausgesetzt.
  • Zivile Flugzeughersteller: Auftragsbestände für Airbus und Boeing erreichen mit 13.400 Maschinen (Jahresende 2015) ein Rekordhoch und bedeuten erhebliche Herausforderungen bei der Lieferung neuer Flugzeuge angesichts eines zügigen Hochfahrens der Produktion („Ramp-up“).
  • Verteidigung: Die wichtigsten Hersteller (mit einem durchschnittlichen EBIT von 11% nach wie vor sehr profitabel) konzentrieren sich immer stärker auf den Export, um rückläufige Auftragszahlen in den jeweiligen Heimatmärkten und stagnierende Umsätze auszugleichen. Zugleich könnten globale Sicherheitsrisiken auch im Westen den Trend zu rückläufigen Verteidigungshaushalten weiter umkehren.
  • Raumfahrt: In der Raumfahrtindustrie hat ein tiefgreifender Wandel begonnen, vorangetrieben von neuen Wettbewerbern im Bereich Trägerraketen und einem Trend hin zu kleineren Satelliten und Systemen.
  • Digitalisierung: Die Digitalisierung setzt sich in der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie im Vergleich langsamer durch als in anderen Industrien, vor allem aufgrund längerer Produktlebenszyklen und geringerer Produktionsvolumina. Die kommenden Plattformgenerationen könnten dank neuer digitaler Funktionalitäten und Technologien wesentlich leistungsfähiger sein.

Stefan Ohl, Industrieexperte für Luftfahrt und Verteidigung bei AlixPartners, erklärt: 

„In den letzten zwölf Monaten hat eine Reihe wesentlicher makroökonomischer Faktoren der globalen Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie erheblichen Rückenwind beschert. Der gegenüber dem EUR stärkere USD kommt einem Industriesektor zugute, der überwiegend in USD operiert. Zugleich ermöglichte der Verfall des Ölpreises den Airlines, Gewinne in Rekordhöhe zu verbuchen. Allerdings bedeutet die starke Nachfrage der Airlines vor allem nach Narrow-Body-Flugzeugen, also nach Flugzeugen mit einem Kabinengang, für die Hersteller und deren Zulieferer eine große Herausforderung, gilt es doch, historisch hohe Auftragsbestände abzuarbeiten.

In der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie setzen sich Trends zu Industrialisierung, Automatisierung und Digitalisierung langsamer durch als in anderen Industrien wie etwa der Automobilbranche. Unternehmen, die sich der Digitalisierung öffnen, werden schneller wachsen und profitabler wirtschaften als andere. IT wird von einer Support-Funktion zu einem wesentlichen strategischen Instrument der Unternehmensentwicklung werden, und die Digitalisierung wird die Lücke zwischen IT und den Anforderungen des Tagesgeschäfts schließen. Anbieter wie SpaceX sind Wegbereiter des digitalen Wandels der Branche und anderen Wettbewerbern weit voraus – vor allem wenn es darum geht, eine deutliche Verbesserung des Verhältnisses von Funktionalität und den dafür erforderlichen Kosten zu erreichen.“

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