Buy&Build-Monitor: Europäischer Buy&Build-Markt im ersten Halbjahr 2014 überraschend schwach

By on September 11, 2014
  • Niedrige Transaktionswerte im 1. Quartal 2014 und geringes Aktivitätsniveau belasten die Halbjahresergebnisse
  • Viele Kapitalrückführungen haben möglicherweise die Entwicklung der Marktaktivitätenbeeinflusst

Silverfleet Capital hat heute gemeinsam mit Mergermarket die Ergebnisse seines Buy&Build-Monitors für das erste Halbjahr 2014 veröffentlicht. Der Buy&Build-Monitor analysiert regelmäßig die Zukauf-Aktivitäten europäischer Unternehmen, die von Private-Equity-Gesellschaften unterstützt werden.

Im ersten Halbjahr 2014 wurden bisher 124 Folgeakquisitionen bekanntgegeben im Vergleich zu 148 Zukäufen im ersten und 141 im zweiten Halbjahr 2013, deren Zahl von zunächst erfassten 129 Transaktionen nach oben korrigiert wurde. Weitere Daten zu kleineren Buy&Build-Transaktionen werden üblicherweise noch lange nach der Veröffentlichung dieses Monitors gemeldet. Daher dürfte erfahrungsgemäß die Zahl der Transaktionen des ersten Halbjahrs 2014 im nächsten Buy&Build-Monitor ebenfalls noch einmal nach oben korrigiert werden, womit sich auch der Durchschnittswert der bekanntgegebenen Transaktionen vermindern kann. Dennoch ist die niedrige Zahl vorwiegend ein Ergebnis des äußerst schwachen ersten Quartals, an dem sich wohl auch nachträglich nicht mehr viel ändern wird. Das lässt den Schluss zu, dass das Aktivitätsniveau im ersten Halbjahr 2014 insgesamt niedriger lag.

Der durchschnittliche Transaktionswert der Folgeakquisitionen im ersten Halbjahr 2014 auf Basis der 19 Transaktionen, deren Werte in diesem Zeitraum veröffentlicht wurden, lag mit 60 Millionen Euro weit unter dem Durchschnittswert von 91 Millionen Euro für die im zweiten Halbjahr 2013 veröffentlichten 24 Transaktionen – und damit sogar noch unter dem Durchschnittswert von 66 Millionen Euro für die 30 bekanntgegebenen Transaktionen im ersten Halbjahr 2013.

Bemerkenswerte Transaktionen im ersten Halbjahr 2014 waren unter anderem der Erwerb von Banner Holmes durch die Cala Group – mit 250 Millionen Euro der größte Zukauf im ersten Quartal 2014 – sowie der Erwerb der Peters Food Group mit Sitz in Melbourne durch R&R Ice Cream’s, mit 440 Millionen AUD (ca. 312 Millionen Euro) der größte Zukauf im zweiten Quartal 2014. Eine weitere bedeutende Transaktion im ersten Halbjahr 2014 war der Erwerb von Cyberoam Technologies mit Sitz in Ahmedabad (Indien) durch Sophos mit einem geschätzten Transaktionswert von etwa 75 Millionen USD. Cala wurde von Patron Capital, Legal & General und Electra unterstützt. R&R ist im Besitz von PAI, während Sophos im Eigentum von Apax ist.

Das von Silverfleet unterstützte Competence Call Center war im ersten Quartal 2014 ebenfalls aktiv und erwarb die Airberlin Dreizehnte Flugzeug GmbH mit Sitz in Berlin sowie weitere Anlagen der Airberlin-Gruppe im Zuge des Outsourcing von deren Kundenservice-Aktivitäten.

Neil MacDougall, Managing Partner von Silverfleet Capital, kommentierte die jetzt vorgelegten Ergebnisse: „Die aktuellen Transaktionszahlen und Durchschnittswerte haben uns überrascht. Aufgrund der stabilen Wirtschaftslage in Europa und der günstigen Finanzierungsbedingungen hatten wir mit einer deutlich stärkeren Buy&Build-Aktivität gerechnet. Allerdings stellen wir auch fest, dass viele von Private Equity unterstützte Unternehmen Kapital an ihre Investoren über Dividenden-Recaps oder Emissionen zurückgeführt haben. Es ist also durchaus möglich, dass diesen Kapitalrückführungen in so vielen Fällen der Vorrang gegeben wurde, dass dies die Marktentwicklung insgesamt beeinflusst hat.“

Eine aktualisierte Grafik zeigt die Halbjahresergebnisse der Buy&Build-Aktivitäten in Europa im Vergleich zu den indexierten M&A-Aktivitäten im Mittelstandsmarkt sowie den allgemeinen europäischen Buyout-Aktivitäten durch Private Equity auf der Basis von Daten, die von unquote“ bereitgestellt wurden. In der Vergangenheit folgte die Zahl der Folgeakquisitionen im Wesentlichen dem Trend bei der Zahl der Private Equity Buyouts in Europa sowie den indexierten M&A-Aktivitäten im Mittelstandsmarkt. Dieser Zusammenhang scheint im ersten Halbjahr 2014 – möglicherweise aus den oben genannten Gründen – schwächer ausgeprägt zu sein.

Die nachstehende Tabelle zeigt die geographische Aufteilung der Zielunternehmen, die im ersten Halbjahr 2014 sowie – jeweils zum Vergleich – im ersten und zweiten Halbjahr 2013 erworben wurden. Im ersten Halbjahr 2014 war Skandinavien erneut die aktivste Region, gefolgt von Großbritannien. Frankreich behielt ein gleichbleibendes Aktivitätsniveau bei, während die Zahlen für die deutschsprachigen Länder Europas und die Benelux-Länder unerwartet niedrig ausfielen. Die Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa sowie auf der Iberischen Halbinsel waren im Vergleich zu 2013 ebenfalls schwächer. Die Zukauf-Aktivitäten außerhalb Europas blieben im Großen und Ganzen gleich, gestützt durch starke Zahlen für Nordamerika, die bevorzugte Zielregion für Zukäufe europäischer Unternehmen. In Südamerika wurden auffälligerweise keine Zukäufe getätigt.

 

Standort des Zielunternehmens 2013 H1 2013 H2 2013 H1 2014
Skandinavien 58 29 29 29
Großbritannien und Irland 53 29 24 23
Frankreich 30 13 17 16
Deutschland, Schweiz, Österreich 38 19 19 11
Benelux 22 16 6 7
Italien 12 7 5 7
Mittel- und Osteuropa 18 9 9 5
Spanien und Portugal 15 7 8 4
Südosteuropa 3 1 2 2
Gesamteuropa 249 130 119 104
Nordamerika 17 10 7 13
Asien-Pazifik 14 6 8 6
Mittlerer Osten und Afrika 3 0 3 1
Lateinamerika 6 2 4 0
Gesamte übrige Welt 40 18 22 20
Insgesamt 289 148 141 124

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Über den „European Buy&Build-Monitor“

Seit dem Jahr 2003 analysiert Silverfleet Capital zusammen mit Mergermarket die Trends der Buy&Build-Aktivitäten im europäischen Private-Equity-Markt. Die von Mergermarket aufbereiteten Daten umfassen ausschließlich Folgeakquisitionen von Unternehmen, deren Eigenkapital zu mehr als 30% von einem Private-Equity-Fonds gehalten wird. Die Plattform-Unternehmen müssen in Europa ansässig sein. Zusätzlich muss der Wert der Zukäufe 5 Millionen Euro übersteigen oder aber das Zielunternehmen muss mindestens einen Umsatz von 10 Millionen Euro aufweisen, um in die Berechnungen mit aufgenommen zu werden.

Über Silverfleet Capital

Silverfleet Capital ist als europäischer Private-Equity-Investor seit mehr als 25 Jahren im Mid-Market aktiv und betreut rund eine Milliarde Euro Investitionskapital. Die Firma verfügt über Büros in London, Paris und München. Dieses Netzwerk von Niederlassungen ermöglicht Silverfleet Capital das Management komplexer Investitionen auch in unterschiedlichen Rechtssystemen sowie die Unterstützung von Portfoliounternehmen bei nationalen und internationalen Buy&Build-Strategien. Silverfleet Capital unterstützt diese Unternehmen bei der Schaffung von Werten durch beschleunigtes Wachstum mit gezielten Investitionen beispielsweise in neue Produkte, Produkt-Kapazitäten oder Personal, erfolgreiche „Roll-out“-Konzepte im Einzelhandel oder Folgeakquisitionen.

Im Folgenden ein Überblick über Investments von Silverfleet Capital aus der letzten Zeit:

 

Unternehmen Geschäftstätigkeit Firmensitz Erwerbsdatum
AGR Dienstleistungen für Öl- und Gasquellen Management Norwegen September 2014
Phase One „Open-Platform“-basierte Mittelformat-Kamerasysteme Dänemark März 2014
CCC Callcenter-Betreiber und Anbieter für ausgelagerte Kundenbetreuung Deutschland Dezember 2013
Ipes Fondsadministration und -dienstleistungen Kanalinseln August 2013
Cimbria Hersteller von Anlagen zur Weiterverarbeitung von Saatgut und Getreide Dänemark April 2013
La Fée Maraboutée Einzelhandel für Damenmode Frankreich Dezember 2012
Aesica Pharmaceuticals Pharmazie-Auftragshersteller mit Produktion (“CDMO”) Großbritannien Oktober 2011

 

Silverfleet Capital kann eine Anzahl durchweg erfolgreicher Investments aufweisen. Zu den namhaften Veräußerungen zählen TMF, ein weltweit aktiver, unabhängiger Management-Dienstleister (Investment-Multiple 6,1), Phadia, Weltmarktführer in der Allergiediagnostik (Investment-Multiple 4,8), Histoire d’Or, ein führender Schmuck-Einzelhändler in Europa (Investment-Multiple 3,0), Sterigenics International Inc. ** sowie European Dental Partners (vormals Müller & Weygandt) **.

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**) Investment Multiples aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht


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