Chinesischer Private Equity-Markt bietet spannende Chancen trotz aktueller Verunsicherung der Investoren

By on Juli 22, 2013
  • 10 Prozent der weltweiten Private Equity-Investitionen entfallen auf China
  • Nach einem rasanten Wachstum erlebt der chinesische Markt nun eine Konsolidierungswelle
  • Lokale Anbieter drängen in das Geschäftsfeld mit Private Equity-Fonds – der Wettbewerb verschärft sich
  • Private Equity-Gesellschaften sollten die Marktbesonderheiten und die regulatorischen Rahmenbedingungen genauer beachten

Private Equity (PE)-Aktivitäten haben auf dem chinesischen Markt in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugelegt. Investierten PE-Fonds im Jahr 2000 weniger als eine Milliarde Dollar in China, so stieg die Summe bis 2012 auf rund 15 Milliarden Dollar. Mittlerweile sind etwa 10 Prozent aller Private Equity-Investitionen weltweit in China angelegt.

Der Grund für diesen Zuwachs: Die chinesische Regierung sieht in Private Equity-Fonds ein zentrales Instrument, um kleine und mittelständische Unternehmen mit frischem Kapital zu versorgen. So spielen diese Fonds inzwischen volkswirtschaftlich eine wichtige Rolle: Wie eine neue Studie von Roland Berger Strategy Consultants zeigt, erwirtschaften durch PE-Beteiligungen unterstützte Betriebe rund 60 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts. Zudem beschäftigen sie etwa 80 Prozent der chinesischen Arbeitnehmer und sind zu rund 70 Prozent für die Exporte des Landes verantwortlich.

Allerdings haben die jüngsten staatlichen Regulierungsmaßnahmen die Aussichten für Investoren auf dem chinesischen Markt getrübt: Die Unsicherheit um die zuständige Aufsichtsbehörde sowie um die nationale Politik schrecken internationale Investoren ab. Hinzu kommt die Beschränkung neuer Börsengänge seit vergangenem Herbst: Rund 900 Unternehmen warten auf die Freigabe für ihre Erstemission – zwischen 2000 und 2010 waren Börsengänge die wichtigste Veräußerungsoption für Private Equity-Investoren.

Konsolidierung des Private Equity-Marktes
Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen erwarten die Roland Berger-Experten daher eine deutliche Konsolidierung des chinesischen PE-Marktes: „Die chinesische Regierung verschärft gerade die aufsichtsrechtliche Überwachung in dieser Regulierungsphase, um Risiken zu beschränken und die positiven Auswirkungen dieser Regulierung zu stärken“, erklärt Charles-Edouard Bouée, Mitglied der weltweiten Geschäftsführung und Leiter des Asia-Geschäfts von Roland Berger Strategy Consultants. China setzt auf ein flexibles Regulierungsmodell, das die Disziplin und die professionellen Standards der Branche stärkt. Dabei erhalten aber die Provinzregierungen genügend Spielraum, um das wirtschaftliche Potenzial der Private Equity-Aktivitäten auszuschöpfen.

Diese Phase der Marktentwicklung bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich: Der Markt konsolidiert sich und der Wettbewerbsdruck auf die Fonds nimmt zu. Denn mittlerweile drängen viele lokale Anbieter mit Private Equity-Fonds auf den Markt. Gleichzeitig hat diese Konsolidierung auch positive Auswirkungen: „Durch diese Entwicklung ergeben sich für die Marktakteure auch neue Chancen“, sagt Roland Berger-Partner Wu Qi. „Doch um erfolgreich auf dem Markt zu agieren, müssen PE-Gesellschaften diese Gelegenheiten genau prüfen und vor allem die Besonderheiten des chinesischen Marktes berücksichtigen.“

So sollten PE-Gesellschaften, die ihr Geschäftsmodell auf die Börsennotierung ihrer Portfoliounternehmen ausgerichtet haben, Investmentkandidaten mit großer Sorgfalt auswählen und die Langzeitprognose für die jeweilige Unternehmensbranche per due diligence genau analysieren.

www.rolandberger.de

 


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