Deloitte-Studie zeigt Zunahme chinesischer Auslandsinvestments – Deutschland attraktives Ziel

By on November 13, 2013

Die Deloitte-Studie „Graduating up the Value Chain – China’s overseas Revival“ zeigt Westeuropa und insbesondere Deutschland als lohnende Investitionsziele für chinesische Unternehmen. Nachdem Käufe und Beteiligungen chinesischer Player an ausländischen Firmen im Jahr 2012 etwas zurückgegangen waren, ziehen sie im laufenden Jahr wieder an. Besonders interessant für chinesische Investoren sind europäische Anbieter aus den Bereichen Konsumgüter und Transport. Auch die Technologiebranche, Life Science & Healthcare sowie der Dienstleistungssektor stehen weit oben auf der Prioritätenliste der Chinesen. Die Haupthindernisse für erfolgreiche M&As im europäischen Raum sind jedoch oft unwillige Verkäufer sowie unterschiedliche Managementkulturen. In Deutschland interessieren sich die Investoren für Technologie und Best Practices in Produktionsunternehmen insbesondere in der Automobilindustrie und investieren nach einer Flaute im ersten Halbjahr 2013 nun wieder kräftig in deutsche Unternehmen. Gleiches gilt für die weltweiten M&A Transaktionen chinesischer Unternehgmen:

„Nachdem chinesische Auslandsinvestitionen in der zweiten Jahreshälfte 2012 zurückgegangen sind, zogen sie im ersten Halbjahr 2013 wieder an: Bis zum Sommer kam es zu 98 M&As mit einem Wert von über 35 Milliarden US-Dollar. Dabei werden die einzelnen Transaktionen insgesamt größer – in den kommenden zwölf Monaten wird nach Einschätzung der von uns befragten Marktexperten die Mehrzahl einen Wert von jeweils über 300 Millionen US-Dollar haben“, kommentiert Dirk Hällmayr, Partner Chinese Services Group bei Deloitte.

M&As nehmen zu
Die Mehrheit der Studienteilnehmer ist sich sicher, dass die Deal-Anzahl in den nächsten zwölf Monaten steigen wird – zum einen wegen der verbesserten weltwirtschaftlichen Lage, zum anderen aufgrund des Strebens chinesischer Unternehmen nach anorganischem Wachstum. Auch mittelständische Firmen betätigen sich zusehends als Käufer.
Die vorrangigen Interessen sind je nach Region bzw. Wirtschaftsraum unterschiedlich: Die beiden Amerikas und Afrika sind beispielsweise in puncto Energie & Ressourcen besonders interessant, Asien wie auch Europa bei Konsumgütern und Transport. Europa und Nordamerika stehen bei Technologie und Life Sciences ganz oben, während der Fokus im Bereich Bauwesen, Fertigung sowie Finanzdienstleistern vor allem auf Asien liegt.
Einer der zentralen Treiber chinesischer Auslandsinvestitionen ist die Sicherung von Ressourcen. Darüber hinaus aber spielen auch Motive wie die Stärke der chinesischen Währung und die Entwicklung des chinesischen Binnenmarkts eine Rolle – und nicht zuletzt politische Faktoren wie die Euro-Krise oder die japanischen Quantitative-Easening-Maßnahmen. Ziele neben der Ressourcensicherung sind vor allem der Erwerb von technischen Best Practices sowie ein höherer Marktanteil in den Zielländern.

Deutschland: Investment in Automotive
Gerade Deutschland ist für chinesische Investoren sehr attraktiv. Im Jahr 2012 wurden 17 Deals abgeschlossen: eine 89-prozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt 82 Prozent der M&As fanden im Fertigungssektor statt – davon wiederum etwa die Hälfte in der Automotive-Branche. Dabei ging – und geht – es den Investoren vor allem um den Best-Practices-Transfer im Technologiebereich und um den Markteintritt in Deutschland. In der ersten Jahreshälfte 2013 kam es allerdings zu einem Einbruch des chinesischen Engagements. Experten rechnen aber mit einem spürbaren Anziehen in der zweiten Jahreshälfte 2013.
Die größten Hindernisse bei M&As in Deutschland sind – neben der oft auffallenden Unerfahrenheit und schlechten Vorbereitung seitens der Interessenten – das komplexe deutsche Steuersystem und die starke Regulierung, aber auch der fehlende „Draht“ zur Belegschaft und eine inadäquate Kommunikationskultur. Europaweit kommt die oft wenig kooperative Haltung des Managements der Kaufobjekte hinzu.

Standortsicherung und -ausbau haben Vorrang
Der richtige Umgang mit Mitarbeitern ist entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensakquisition. Prinzipiell, so die vorherrschende Meinung, existieren auf deutscher Seite kaum Vorbehalte gegen eine neue Unternehmensführung – solange die Arbeitsplätze sicher sind und die (deutsche) Geschäftsleitung Bewegungsfreiheit hat. Die Tatsache, dass die Engagements der Chinesen längst nicht mehr nur auf Technologietransfer ausgerichtet sind, sondern die Übernahmeobjekte gezielt zum Beispiel durch neue R&D-Zentren weiterentwickelt werden, erhöht die Chance weiterer, für beide Seiten zuträglicher Investments.
„Zu einem erfolgreichen M&A gehören neben einer Due-Diligence-Prüfung auch rechtzeitig eingeleitete Post-Merger-Integrationsmaßnahmen. Wie die Studie zeigt, legen chinesische Investoren bereits großen Wert auf eine angemessene Due Diligence – und die Korrelation von Intensität/Erfolg gibt ihnen Recht. Nicht umsonst bewerten rund 90 Prozent der Chinesen ihre jüngsten Deals als erfolgreich. Über 60 Prozent wollen innerhalb der nächsten drei Jahre nachlegen“, ergänzt Dirk Hällmayr.

Den kompletten Report finden Sie unter http://www.deloitte.de


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