Der österreichische Private Equity- und Venture Capital-Markt 2012 und die Preisfrage nach der Entwicklung im Jahr 2013

By on Mai 15, 2013

Privates Wachstumskapital investiert 2012 mit 115 Mio. Euro in 129 KMU und trägt somit trotz aller internationaler und nationaler Hürden auf annähernd dem gleichen Niveau wie im Vorjahr zur Konjunktur-Belebung sowie zum Unternehmenswachstum bei.
Die AVCO, die Dachorganisation der österreichischen Beteiligungskapitalindustrie und Ansprechpartner für alle Fragen zu Private Equity und Venture Capital in Österreich, veröffentlicht die aktuellen Zahlen zum österreichischen Private Equity-Markt.

Investments
Im Jahr 2012 wurden von österreichischen Private Equity- und Venture Capital-Fonds insgesamt 115 Mio. Euro an privatem Wachstumskapital in 129 kleine und mittlere Unternehmen im In- (82 Mio. Euro) und Ausland (33 Mio. Euro) investiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen der österreichischen Beteiligungskapitalgeber liegt damit lediglich 7% unter dem Vorjahreswert. Das entspricht 0,037% des BIP und damit liegt Österreich trotz eines leichten Rückgangs wie im Vorjahr am 20. Platz im europäischen Ranking der Investmentaktivität. Auch wenn damit im internationalen Vergleich (EU-Durchschnitt: 0,264% des BIP) noch großes Aufholpotential besteht, ist österreichisches privates Wachstumskapital nach wie vor ein starker Partner für KMU. Neben einem weiteren Anstieg des Buyout-Segments, das nun 58% der gesamthaft investierten Summe ausmacht, ist erfreulicherweise das Volumen der Frühphaseninvestments (Seed, Start-up und Later Stage Venture) im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Die Branche „Business & Industrial Products“ führt das Branchen-Ranking der Investments mit großem Abstand an, gefolgt von „Life Sciences“ und „Communications“.

Fundraising
Die Mittelbeschaffung für zukünftige Beteiligungsinvestitionen ist nach wie vor eine große Herausforderung, wie es in allen Teilen Europas zu beobachten ist. Beteiligungskapitalgeber mit Sitz in Österreich haben 2012 knapp 173 Mio. Euro an frischem Kapital für zukünftige Investments in vielversprechenden Wachstumsmärkten in Österreich, CEE und der DACH-Region einwerben können. Das bedeutet einen Rückgang von etwas mehr als 31% im Vergleich zum Vorjahr, ein Großteil der Mittel (150 Mio. Euro) ist für Mezzaninkapitalbereich bestimmt.

Exits
Mit rund 83 Mio. Euro (at cost) ist das Deinvestitionsvolumen immer noch gering, wobei nach wie vor zu beobachten ist, dass die Beteiligungsfonds mit dem Exit zuwarten und die Unternehmen durch die Krise begleiten. Dies stellt sich auch in diesem Jahr wieder als Vorteil für so manches Beteiligungsunternehmen heraus, da diese mit dem Private Equity-/Venture Capital-Investor über einen starken Miteigentümer verfügen, der mit Know-how, Management-Unterstützung und zusätzlichem Kapital durch die Krise hilft.

Nationale und internationale Rahmenbedingungen
Im Zuge der nationalen Implementierung der Europäischen „Alternative Investment Fund Manager Directive“ (AIFM-D), die mit Stichtag 22. Juli 2013 in nationales Recht um zu setzten ist, liegt nun seit kurzem der Entwurf für ein „Alternative Investmentfonds Manager – Gesetzes“ (AIFMG) vor, das in Zukunft die Wachstumskapital-Finanzierung in Österreich regeln wird. Die AVCO begrüßt diese Initiative zur Erhöhung der Transparenz ausdrücklich und hat in der Vergangenheit (unter anderem durch klare AVCO-Investors Relations-Richtlinien) selbst Schritte in diese Richtung unternommen. Im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Finanzstandortes und einer nachhaltigen Mittelstandsfinanzierung kann es somit nur von Vorteil sein, die Transparenz im Markt zu erhöhen. Beim  vorliegenden Entwurf ist aus Sicht der österreichischen Wachstumskapital-Industrie erforderlich, dass die nötige Transparenz im Rahmen einer angepassten, nicht übertriebenen Bürokratie und einer effizienten Aufsicht durch die nationale Aufsichtsbehörde gewährleistet wird. Es ist in diesem Zusammenhang besonders erfreulich, dass der Gesetzgeber den von der AIFM-D vorgesehenen Unterschwellenbereich implementiert. Im vorliegenden Entwurf des AIFMG wurden aber auch einige Themen identifiziert, wie die hohen Kosten der Transparenz-Anforderungen, die kurzen Konzessionierungsfristen, problematische Übergangsfristen und der Konnex zur European Venture Capital (EuVECA)-Regulation, die den Rahmen für kleine Frühphasenfonds setzt. Wobei sich die AVCO auf einen konstruktiven Dialog mit dem Gesetzgeber zur Diskussion dieser Themen freut.

Die Preisfrage – „Wird sich die Eigenkapitalversorgung der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2013 verbessern?“
Zusammen mit Prediki (www.prediki.de), einer offenen Prognoseplattform, mittels der Zukunftsfragen gestellt, diskutiert und analysiert werden können, stellen wir daher die Preisfrage, wie sich dies alles auf die weitere Entwicklung der Eigenkapitalversorgung der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2013 auswirken wird? Unter www.prediki.de kann mitgestimmt werden, dabei winkt auch ein Incentive von 500 Euro für die zutreffendste Einschätzung! Nächstes Jahr um diese Zeit erfahren Sie, wer die Situation am besten eingeschätzt hat und natürlich wie die weitere Entwicklung des österreichische Private Equity- und Venture Capital-Industrie voranschreitet.
Weitere Informationen und Rückfragen:
Über die AVCO – Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation bildet zusammen mit ihren 50 Mitgliedern die Dachorganisation der österreichischen Beteiligungskapitalindustrie und Corporate Finance Dienstleister und ist kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen zu Private Equity und Venture Capital.

Kontakt:
AVCO – Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation
Dr. Jürgen Marchart, Geschäftsführer
Lothringerstraße 12
1030 Wien
Tel.: +43/1/526 38 05
Email: juergen.marchart@avco.at
Internet: www.avco.at


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