Deutscher M&A-Markt erstarkt – Sommer-Flaute bleibt aus

By on Oktober 8, 2013

Dem aktuellen M&A Index von Allen & Overy zufolge wurde mit dem dritten Quartal 2013 eine gute Basis für die weitere Entwicklung des M&A-Markts in Deutschland gelegt. Zahlreiche Transaktionen im Milliarden-Bereich zeigen, dass die Marktteilnehmer zunehmend das Vertrauen in den Markt zurückgewinnen. Zudem füllt sich die Pipeline mit Transaktionen im mittleren und unteren Marktsegment – dem Motor eines nachhaltigen Aufschwungs im M&A-Markt. Und die wiedererlangte Stärke des Kapitalmarkts erlaubt Transaktionsstrukturen, die lange als nicht realisierbar galten: Glaubhaft geführte Dual Track-Prozesse gehören nun wieder zur Tagesordnung.
Den Auftakt milliardenschwerer Transaktionen machte bereits zum Ende des zweiten Quartals 2013 die Ankündigung des öffentlichen Übernahmeangebots von Vodafone an die Aktionäre der Kabel Deutschland Holding AG mit einem Transaktionsvolumen von 10 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf von E-Plus durch den niederländischen Telekommunikationskonzern Royal KPN an den spanischen Konkurrenten Telefónica folgten weitere Milliarden-Transaktionen im üblicherweise eher ruhigen Sommer-Quartal. Der Kaufpreis von 8,55 Milliarden Euro soll von Telefónica in bar wie auch in Form von Aktien der Telefónica Deutschland Holding AG erbracht werden. Weiter teilte im dritten Quartal Fresenius Helios mit, für rund 3 Milliarden Euro 43 Kliniken von der Rhön-Klinikum AG zu erwerben. Durch den Erwerb rückt Fresenius an die Spitze der privaten Klinikbetreiber in Europa. In beiden zuletzt genannten Fällen zögerte sich der Verkaufsprozess durch das Einschreiten von Großaktionären hinaus.
„Bei beiden Transaktionen zeigt sich, dass mittlerweile auch der deutsche M&A-Markt Gegenstand eines intensiven Shareholder Activism geworden ist, der in dieser Form bislang eher in ausländischen Transaktionen zu beobachten war“, so Dr. Michael J. Ulmer, Corporate/M&A-Partner bei Allen & Overy.
Neben den Milliarden-Transaktionen zeigte der deutsche M&A-Markt auch verstärkte Aktivitäten im mittleren und unteren Marktsegment. „Dort füllt sich die Pipeline, was für den Rest des Jahres weitere Transaktionen in diesen Markt-Segmenten erwarten lässt“, meint Corporate/M&A-Partner Dr. Hartmut Krause. Erwähnenswert sind hier u.a. die Veräußerung des Duisburger Chemieunternehmens Sachtleben zusammen mit weiterem Pigmentgeschäft durch Rockwood an Huntsman für rund 1,1 Milliarden US-Dollar oder der Erwerb des Rheologie-Geschäfts von Rockwood durch Altana für rund 480 Millionen Euro.
Bemerkenswert waren im dritten Quartal erneut die regen Aktivitäten von Finanzinvestoren, die mit großvolumigen Transaktionen in Erscheinung traten. So verkauften TPG und Credit Suisse eine 87,5%-Beteiligung am Sanitärausrüster Grohe an die japanische Lixil für rund 2,7 Milliarden Euro – ein von der Presse als positives Beispiel für mögliche Wertschöpfung durch Private Equity gewürdigt. Gleichzeitig wurde hier parallel zum Verkaufsprozess an einem Börsengang gearbeitet.
Wie bereits in den letzten Quartalen war auch im vergangenen der Immobiliensektor ein äußerst aktiver Bereich. Hervorzuheben ist hier v.a. das öffentliche Übernahmeangebot der Deutsche Wohnen für GSW Immobilien in Höhe von rund 8,5 Milliarden Euro. Die Übernahme ist als Umtauschangebot konzipiert, bei dem die Aktionäre der Zielgesellschaft bei erfolgreichem Abschluss der Transaktion ca. 43% der Anteile am kombinierten Unternehmen halten. „Dass eine Transaktion dieser Größenordnung als Umtauschangebot strukturiert ist, zeigt das zurückgewonnene Vertrauen in die Belastbarkeit des Kapitalmarkts und seine zunehmende Bedeutung für M&A-Transaktionen“, so M&A-Experte Ulmer.
Der quartalsweise erscheinende M&A Index von Allen & Overy gibt einen Einblick in die aktuelle weltweite Marktsituation und enthält Einschätzungen von Partnern der Kanzlei. Er wird untermauert durch unabhängige, extern in Auftrag gegebene vierteljährliche Erhebungen zu Anzahl und Wert weltweiter M&A-Transaktionen.

www.allenovery.de


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