Gründerfonds Münsterland und HTGF II beteiligen sich an der Cysal GmbH

By on November 8, 2012

Der Gründerfonds Münsterland der eCAPITAL entrepreneurial Partners AG und der High-Tech Gründerfonds II (HTGF) haben sich im Rahmen einer Seed-Finanzierung mit einer siebenstelligen Summe an der Cysal GmbH beteiligt. Mit den eingeworbenen Mitteln will das Spin-off der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) den Unternehmensaufbau beschleunigen, die biotechnologische Massenproduktion von Dipeptiden aufbauen und erste Endprodukte in den Markt einführen.

„Weltweit besteht ein hoher Bedarf, die Wirkung von Tierfutter, Kosmetika und menschlicher Nahrung durch innovative Zusatzstoffe zu verbessern. Auf diesem Markt hat die Cysal GmbH mit ihrem patentierten biotechnologischen Verfahren zur Produktion von Dipeptiden ein deutliches technologisches Alleinstellungsmerkmal“, sagt Marcel Vonnahme, Investment  Manager der eCAPITAL AG. Gemeinsam wollen die Partner nun den Eintritt in diesen Wachstumsmarkt erfolgreich gestalten.

Heute kommen etwa bei der Produktion von Nahrungsergän-zungsmitteln oder bei Kosmetika in vielen Fällen Proteine sowie freie Aminosäuren zum Einsatz. Dipeptide, also Verbindungen aus zwei Aminosäuren, sind sowohl Proteinen als auch Aminosäuren in vielen Anwendungsbereichen überlegen, der chemische Herstel-lungsprozess für diese Verbindungen ist jedoch teuer und langwierig. Cysal hingegen produziert Dipetide mittels eines biotechnologischen Herstellungsverfahrens, was entscheidende Vorteile hat: „Das Unternehmen verfügt mit seinem biotechnologischen Know-how über die Fähigkeit, diese Stoffe schneller, günstiger und resourcenschonender zu produzieren, als dies bei konventionellen Produktionsmethoden der Fall ist“, erklärt Vonnahme.

Die weiteren Stärken der Cysal GmbH sind Forschung und Ent-wicklung auf höchstem Niveau sowie starke internationale Verbin-dungen, besonders zu Marktführern in der arabischen Welt, in den Bereichen Pharma, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetik sowie im Bereich Veterinärmedizin. Cysal genießt ebenfalls die Unterstützung vieler nationaler und lokaler Kooperationspartner wie z. B. Menapharm Deutschland GmbH und Cilian AG in Münster.

Cysal hat Bakterienstämme gezüchtet, die den Rohstoff Cyanophy-cin (CGP) binnen kurzer Zeit in einem großtechnischen Maßstab produzieren können – auf rein biologischer Basis. In der Natur er-folgt dieser Prozess beispielsweise in Blaualgen (Cyanobakterien), doch hier sind die Erträge zu gering für eine wirtschaftliche Nutzung.

Aus dem CGP gewinnt Cysal schließlich Arginin-Aspartat und Lysin-Aspartat Dipeptide. Im Gegensatz zu den bisherigen industriellen Produkten, die nur aus einer Aminosäure oder Gemischen bestehen, handelt es sich bei den Dipeptiden um feste Verbindungen jeweils zweier Aminosäuren. „Dipeptide werden vom Körper wesentlich besser aufgenommen als freie Aminosäuren, beispielsweise über den Darm oder durch die Haut“, erläutert Sallam.

Diese Dipeptide werden als Grundstoffe für die Herstellung eigener Endprodukte genutzt. Erste Formulierungsrezepte für ein Energietonikum, eine Hautcrème, Fischfutter und Infusionsmittel hat das Unternehmen bereits entwickelt. Mit Vertriebspartnern für diese Produkte wurden schon erste Vereinbarungen geschlossen. Darüber hinaus ist die Vermarktung der Dipeptide als Rohstoff in die Le-bensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie sowie die Auslizenzierung des Verfahrens denkbar.

Gemeinsam mit eCAPITAL beteiligte sich der HTGF in einem paritätischen Umfang an der Seed-Finanzierung. „Cysal verfügt über eine geschützte Basistechnologie, Dipeptide sind als Grundstoff für viele Partner aus der Chemieindustrie relevant. Der Fall ist darüber hinaus ein gutes Beispiel, wie aus der universitären Grundlagenforschung ein marktrelevantes Produkt entwickelt werden kann”, sagt Dr. Matthias Dill, Investmentmanager beim High-Tech-Gründerfonds.

Cysal will die eingesammelten Gelder in einem ersten Schritt zum Anlaufen der Produktion in Kooperation mit einem Dienstleister einsetzen. „Wir planen darüber hinaus mittelfristig den Aufbau eigener Produktionskapazitäten im Technologiepark Münster“, erklärt Dr. Ahmed Sallam, Geschäftsführer der Cysal GmbH. Sallam gründete Cysal zusammen mit Dr. Martin Krehenbrink von der Universität Oxford im Juni 2012.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gruenderfonds-msl.de und www.high-tech-gruenderfonds.de.

Über die Cysal GmbH
Die Cysal GmbH produziert mit einem international patentierten, biotechnologi-schen Verfahren ArgininAspartat und Lysin-Aspartat Dipeptide in einem industriellen Umfang. Das Biotechnologieunternehmen nutzt diese Dipeptide, also die Verbindung zweier Aminosäuren, als Grundstoffe für die Herstellung eigens ent-wickelter Endprodukte wie Energietonika, Hautcrèmes, Fischfutter oder Infusionsmittel. Das Unternehmen entstand 2012 als Spin-off des Instituts für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Dr. Ahmed Sallam, der zugleich Geschäftsführer ist, gründete Cysal zusammen mit Dr. Martin Krehenbrink von der Universität Oxford.
Sallam forscht seit 2001 als Mitglied des Arbeitskreises von Prof. Dr. Alexander Steinbüchel an der Universität Münster. Im Rahmen mehrerer fortlaufender Forschungsprojekte arbeitete Sallam an dem Biopolymer Cyanophycin und den daraus herstellbaren Dipeptiden. Durch die dauerhafte Unterstützung des Mentors Prof. Dr. Steinbüchel und u. a. durch ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Europäischen Sozialfonds wurde die Vorgründungsphase erfolgreich abgeschlossen. Während dieser Zeit wurde ein industriereifer Produktionsprozess für die Dipeptide entwickelt, zum Patent eingereicht sowie erste Formulierungsrezepte und Prototypen für Endprodukte generiert. Nach tatkräftiger Unterstützung des Rektorats der WWU Münster und des Dezernats 6 in Person von Dr. Katharina Steinberg sowie durch die kompetente Beratung durch Dr. Katharina Krüger und Frau Janita Tönnissen der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) sowie durch Frau Kordula Kruber (PROvendis GmbH) gründete Sallam zusammen mit Krehenbrink im Juni 2012 die Cysal GmbH.

Über den Gründerfonds Münsterland
Der Gründerfonds Münsterland bündelt erfahrene Investoren sowie erfolgreiche Unternehmer der Region und stellt jungen Technologieunternehmen in einer ersten Finanzierungsrunde bis zu € 500.000 Wachstumskapital zur Verfügung. Der Fonds verfügt über ein Volumen von insgesamt ca. € 8 Mio. und investiert in Wachstumsunternehmen in den Segmenten Bio-/ Nanotechnologie, Life Science, Verfahrenstechnik, Neue Materialien, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medizintechnik, Maschinenbau sowie Industrietechnik.
Der Gründerfonds wurde durch die NRW.Bank sowie die Sparkasse Münsterland Ost, die Sparkasse Westmünsterland, die Kreissparkasse Steinfurt und die eCA-PITAL AG initiiert, die das Management des Gründerfonds übernommen hat. Weitere Investoren des Gründerfonds Münsterland sind ausgewählte erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeiten der Region, die den Fonds mit ihrem Netzwerk unterstützen.

Über die eCAPITAL entrepreneurial Partners AG
Die eCAPITAL ist eine unternehmergeführte Venture Capital Gesellschaft mit Sitz in Münster, die seit 1999 innovative Unternehmer in zukunftsträchtigen Branchen aktiv begleitet. Der Fokus liegt auf schnell wachsenden Unternehmen in den Segmenten erneuerbare Energien, nachwachsende Rohstoffe, ressourcenschonende Verfahren, Wassertechnologien sowie Verfahrenstechnik / neue Materialien und IT.
eCAPITAL verwaltet derzeit fünf Fonds mit einem Zeichnungskapital von über 120 Mio. Euro und investiert bundesweit in Unternehmen in der Later Stage und Early Stage Phase, ebenso wie in den „kleinen Mittelstand“.

Über den High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unter-nehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E- Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „ProofofConcept“ oder zur Markteinführung führen. Der Fonds beteiligt sich initial mit 500.000 Euro. Insgesamt stehen bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung. Investoren der Public-Private-Partnership sind das Bundesminis-terium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die 14 In-dustriekonzerne ALTANA, BASF, B. Braun, Robert Bosch, CEWE Color, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik, Qiagen, RWE Innogy, SAP, Tengelmann und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 565,5 Mio. EUR (272 Mio. EUR Fonds I und 293,5 Mio. EUR Fonds II).

Berater dieser Finanzierungsrunde
Ralf Hoffmann  Rechtsanwalt und Steuerberater, Berlin


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