Investitionen in Fintech erreichen in 2018 Rekordniveau

By on Februar 28, 2019

Hampleton Partners Report: M&A-Aktivitäten kühlen sich in der zweiten Jahreshälfte ab / UK in der zweiten Jahreshälfte weiterhin führend bei Fintech

  • Globale VC-Investitionen in Fintechs erreichten 2018 31 Mrd. USD gegenüber 15 Mrd. USD in 2017
  • 189 Transaktionen und fast 50 Mrd. USD Bewertung in der ersten Jahreshälfte gegenüber 160 Transaktionen mit einem ausgewiesenen Wert von 13 Mrd. USD in der zweiten Jahreshälfte 2018

Der jüngste Fintech M&A-Marktbericht des internationalen Tech-M&A-Beraters Hampleton Partners zeigt, dass 2018 mit ausgewiesenen 30,8 Mrd. USD die bislang höchsten Investitionen in Fintech-Start-ups verzeichnet wurden. Mit zunehmender Reife der Fintech-Start-ups hat sich damit die durchschnittliche Finanzierungsrunde im Vergleich zu 2017 verdoppelt.

Der außergewöhnliche M&A-Transaktionswert im Fintech-Bereich von 50 Milliarden USD aus 189 Transaktionen, der in der ersten Jahreshälfte 2018 erzielt wurde, konnte in der zweiten Jahreshälfte nicht wiederholt werden. Hier schwächten sich die Aktivitäten mit 160 Transaktionen und einem ausgewiesenen Transaktionswert von knapp 13 Mrd. USD ab. Der Abfall ist im Wesentlichen auf das Fehlen offengelegter großer Blockbuster-Deals zurückzuführen. Im ersten Halbjahr hatte es zuvor die 17 Mrd. USD schwere Übernahme von Thomson Reuters durch Blackrock gegeben.

Die Trailing-Multiplikatoren auf 30-Monats-Medianbasis setzten ihre Aufwärtsbewegung fort: Die Umsatzmultiplikatoren erreichten 3,0x, gegenüber 2,9x im ersten Halbjahr 2019, während die EBITDA-Multiplikatoren 15,3x gegenüber 15,0x im ersten Halbjahr 2018 erreichten.

Trends in der Fintech-Branche

  • Die Einführung biometrischer Technologien wird bei den Verbrauchern immer beliebter, so beispielsweise die Smartphone-Fingerabdruck-Authentifizierung und Gesichtserkennung für Zahlungen.
  • Obwohl Artificial Intelligence weiterhin vielversprechend ist und Unternehmen Algorithmen und fortschrittliche Modellierungstechniken für Investitionsentscheidungen einsetzen, ähnelt dieser Wandel eher einem schrittweisen Prozess als einem Quantensprung.
  • Erfolgreiche Unternehmen im Fintech-Bereich entstehen in erster Linie auf regionaler und nicht auf globaler Ebene; ähnlich wie im traditionellen Privatkundengeschäft mit seinen unterschiedlichen geschäftlichen und regulatorischen Bedingungen.
  • Großbritannien ist in Europa führend und bringt eine neue Generation von Innovatoren mit Rekordinvestitionen im Jahr 2018 hervor. Doch trotz dieser Start-ups, die einen wachsenden Marktanteil erobern, werden selbst die größten britischen Fintech-Unternehmen von den amerikanischen Unternehmen Stripe, Robinhood und SoFi in den Schatten gestellt. Diese wiederum werden von der chinesischen Ant Financial, die kürzlich auf 150 Milliarden USD geschätzt wurde, übertroffen.
  • Da die Finanzierung zunehmend selektiver wird, nimmt die Überprüfung der Geschäftsgrundlagen zu.

Fintech in der Analyse
Jonathan Simnett, Fintech-Spezialist und Direktor bei Hampleton Partners, analysiert das Fintech-Jahr 2018: „In der zweiten Jahreshälfte 2018 war Großbritannien weiterhin führend bei Fintech in Europa und brachte eine neue Generation von Innovatoren mit Rekordinvestitionen hervor, gefolgt von neuen Einhörnern wie Monzo und Revolut. Blickt man auf den Einsatz von Fintech so hat das Privatkundengeschäft bei der Verbesserung der digitalen Kundenerlebnisse eine führende Rolle gespielt und zudem Fintech in die Kernprodukte des Bankgeschäfts integriert. Investmentbanken hingegen haben sich stärker auf die Integration von Robo-Beratungsdiensten konzentriert.“

Jonathan Simnett wagte auch einen Blick auf die kommenden Monate: „Es wird erwartet, dass die größten Fintech-Unternehmen durch einen Börsengang im Jahr 2019 bald Werte realisieren werden. Zudem werden viele Start-ups nun groß genug sein, um an Fahrt aufzunehmen, eine starke Kundenbasis anzuziehen und eine profitable Bilanz zu erstellen. Gleichzeitig bleiben sie klein genug, um von Fintech und traditionellen etablierten Unternehmen übernommen zu werden. Das führt zu einem kontinuierlichen Konsolidierungs- und M&A-Prozess.“

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