KKR kündigt freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Axel Springer SE an

By on Juni 12, 2019
  • Angebot soll strategische Beteiligung ermöglichen mit dem Ziel, die Wachstumsstrategie von Axel Springer zu unterstützen
  • KKR, Friede Springer und Mathias Döpfner schließen Partnerschaft und unterzeichnen Vereinbarung
  • Angebot in Höhe von 63 Euro pro Aktie entspricht einem Aufschlag von 40 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs von Axel Springer
  • Vorstand und Aufsichtsrat von Axel Springer befürworten die strategische Partnerschaft mit KKR und beabsichtigen, Aktionären Annahme des Angebots zu empfehlen
  • Angebot wird einer Mindestannahmeschwelle von 20 Prozent an Axel Springers Grundkapital unterliegen

Traviata II S.à r.l., eine Holdinggesellschaft im Besitz von Fonds, die durch KKR beraten werden, hat heute ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien (ISIN: DE0005501357, DE0005754238) der Axel Springer SE („Axel Springer“) angekündigt. Axel Springer ist ein Medien- und Technologieunternehmen, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist. Das Unternehmen verfügt über vielfältige Medienmarken (z. B. BILD und WELT-Gruppe, Insider Inc., Politico.eu) und Rubrikenportale (z. B. StepStone, SeLoger, Immowelt). 71 Prozent des Umsatzes und 84 Prozent des bereinigten EBITDA von Axel Springer stammten im Geschäftsjahr 2018 aus digitalen Aktivitäten.

Der Angebotspreis wird 63 Euro in bar pro Aktie betragen. Dementsprechend erhalten die Aktionäre von Axel Springer einen Aufschlag in Höhe von 40 Prozent auf den Schlusskurs vom 29. Mai 2019 (EUR 45,10 je Aktie), bevor Axel Springer per Ad-hoc-Mitteilung Verhandlungen mit KKR über eine mögliche strategische Beteiligung bestätigt hat. Das Angebot von KKR soll eine strategische Beteiligung an Axel Springer ermöglichen, mit dem Ziel, die Strategie des Unternehmens in einer Partnerschaft mit Friede Springer und dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner zu unterstützen. Beide halten in Summe direkt und indirekt eine Beteiligung von 45,4 Prozent des Grundkapitals von Axel Springer. Sie haben mit KKR vereinbart, unter der Voraussetzung des erfolgreichen Vollzugs des öffentlichen Übernahmeangebots ein Konsortium zu bilden, um das Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln. Friede Springer und Mathias Döpfner werden keine von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Aktien im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots verkaufen.

„Dauerhafte, vertrauensvolle Beziehungen zu Unternehmen weltweit aufzubauen ist der Kern unseres Handelns bei KKR. Wir haben langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmern, Familien, CEOs und Gründern, die auf der Suche nach Kapital und einem strategischen Partner sind, der sie bei der Umsetzung ihrer Vision unterstützt. Wir freuen uns, Axel Springer bei den nächsten Schritten zu begleiten“, sagte Johannes Huth, Partner und EMEA-Chef von KKR.

„Axel Springer hat sich durch erfolgreiche digitale Transformation zu einem führenden europäischen Digitalunternehmen entwickelt. Um die Chancen, die sich aus dem sehr schnellen Wandel der Medienbranche ergeben, ergreifen zu können, benötigt Axel Springer nun weitere organische Investitionen und eine konsequente Umsetzung seiner Unternehmensstrategie. Wir freuen uns darauf, Axel Springer dabei zu unterstützen, diesen Herausforderungen langfristig und nachhaltig zu begegnen“, sagte Philipp Freise, Partner und Leiter des europäischen Investmentteams für Technologie, Medien und Telekommunikation bei KKR.

KKR, Friede Springer und Mathias Döpfner haben zudem eine Investorenvereinbarung mit Axel Springer abgeschlossen. Diese sieht unter Vorbehalt der Verpflichtungen des Vorstands und des Aufsichtsrats vor, dass Axel Springer das Angebot unterstützen wird. Vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage werden Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären des Unternehmens empfehlen, das Angebot anzunehmen. Die Investorenvereinbarung sieht des Weiteren vor, dass die journalistische Unabhängigkeit von Axel Springer gewahrt bleibt. Axel Springer wird auch künftig eine Europäische Aktiengesellschaft (European Stock Corporation, SE) bleiben. Die derzeitigen Vorstandsmitglieder von Axel Springer werden weiterhin das Unternehmen führen. Der Aufsichtsrat wird auch in Zukunft unter der Führung des derzeitigen Vorsitzenden Ralph Büchi aus neun Mitgliedern bestehen.

Das aktuelle Geschäftsumfeld von Axel Springer ist geprägt von sich schnell wandelnden und kompetitiven Märkten. KKR sieht Potenzial, Axel Springer weiterzuentwickeln und die Marktposition des Unternehmens zu stärken. Gemeinsam wollen Friede Springer, Mathias Döpfner und KKR basierend auf der Unternehmensstrategie von Axel Springer strategische und operative Initiativen umsetzen, die langfristigen Wert schaffen.

„Wir freuen uns darauf, mit dem außergewöhnlich starken und visionären Team von Axel Springer partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. KKR bietet ein globales Netzwerk und eine Wachstumsplattform sowie mehr als 20 Jahre Erfahrung im deutschen Markt. Dies ist die ideale Grundlage, um dem Unternehmen dabei zu helfen, die nächste Phase seines langfristigen Wachstumsplans umzusetzen“, sagte Christian Ollig, Managing Director und Deutschlandchef von KKR.

KKR verfügt über umfangreiche Erfahrung bei der Weiterentwicklung globaler Marktführer im Medien- und Technologiesektor, darunter Bertelsmann/BMG, ProSiebenSat1, SBS Broadcasting, Nielsen, Trainline, Visma, Scout24 Schweiz, GfK, GetYourGuide, Sonos, GoDaddy und Tele München Gruppe/Universum.

Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot unterliegt verschiedenen marktüblichen Bedingungen. Dazu gehören regulatorische Zustimmungen wie kartellrechtliche, außenwirtschaftsrechtliche sowie medienkontrollrechtliche Freigaben und das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 20 Prozent an Axel Springers Grundkapital. Diese Schwelle wurde als eine angemessene Mindestbeteiligungshöhe zwischen KKR, Friede Springer und Mathias Döpfner vereinbart im Hinblick auf Governance-Rechte, die KKR als Teil des Konsortiums mit Friede Springer und Mathias Döpfner mit erfolgreichem Vollzug des Übernahmeangebots zustehen sollen.

Das Angebot wird von KKR primär aus dem Europäischen Fonds V finanziert. KKR wird von J.P. Morgan als Finanzberater und Unicredit als finanzierende Bank unterstützt. Die Rechtsberater sind Freshfields Bruckhaus Deringer und Simpson Thacher & Bartlett.

Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot erfolgt ausschließlich über eine Angebotsunterlage, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt werden muss. Die Angebotsunterlage wird nach Gestattung durch die BaFin veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Annahmefrist für das öffentliche Übernahmeangebot. Die Angebotsunterlage und weitere Informationen zum öffentlichen Übernahmeangebot werden gemäß der Vorschriften des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) auf der folgenden Webseite veröffentlicht: http://www.traviata-angebot.de/.


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