MidCapMonitor von GCA Altium: Massiver Einbruch im zweiten Quartal 2020 im deutschen LBO-Markt, Debt Funds zeigen sich widerstandsfähig auch in Corona-Zeiten

Wie prognostiziert hat sich der zur Eindämmung des Corona-Virus verschriebene europaweite Lockdown im zweiten Quartal im deutschen LBO-Markt signifikant negativ niedergeschlagen. Die Zahl der abgeschlossenen Transaktionen fiel auf elf gegenüber 23 im ersten Quartal – ein Minus von 52 Prozent.

Laut aktuellem MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium konnten alternative Finanzierer in dem schwierigen Umfeld ihre Marktposition gegenüber klassischen Banken im zweiten Quartal weiter deutlich ausbauen und zeigten sich widerstandsfähig. Die Analyse, die regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro untersucht, weist für das erste Halbjahr 2020 für Debt Funds einen Anteil von mehr als zwei Drittel aller Transaktionen am deutschen LBO-Markt aus: Er ist gegenüber 2019 mit 52 Prozent nochmals signifikant gestiegen und beträgt nunmehr 71 Prozent. Von den 34 Transaktionen im ersten Halbjahr 2020 haben Debt Funds 24 erfolgreich umgesetzt. Der Marktanteil der Banken lag mit zehn abgeschlossenen Transaktionen im ersten Halbjahr 2020 bei nur noch 29 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau von Ende 2019 mit 48 Prozent.

„Wie erwartet wurde die Q2-Aktivität signifikant negativ von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt. Wir prognostizieren bis mindestens zum Ende des Jahres bei neuen Transaktionen einen starken Fokus auf stabile, nicht zyklische Sektoren und bestehende Private Equity Relationships“, kommentiert Norbert Schmitz, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium. „Das Sentiment der Finanzierer hat sich in den zurückliegenden vier Wochen deutlich verbessert, aber die Erfahrung mit laufenden Mandaten zeigt, dass sowohl die Debt Funds als auch vor allem die Banken zurzeit sehr selektiv agieren“, so Schmitz. „Das Pricing – insbesondere der Debt Funds – hat sich zwar in den vergangenen Wochen wieder deutlich nach unten orientiert und die Leverage Levels haben vereinzelt schon wieder Vor-Covid-19-Niveau erreicht; dies gilt aber nur für die absoluten Top Assets“, erläutert Johannes Schmittat, ebenfalls Managing Director von GCA Altium. „Wie schon in den letzten Wochen deutlich wurde, waren die Q2-Zahlen bei vielen Unternehmen katastrophal. Wir erwarten daher auch für den Rest des Jahres einen weiteren Anstieg der Covenant-Resets und Restrukturierungen“, so Schmittat.

Bemerkenswert ist auch, dass im ersten Halbjahr 59 Prozent der Transaktionen Add-on-Finanzierungen und Refinancings waren, verglichen mit 44 Prozent im Jahr 2019. Treibende Kraft waren hierbei insbesondere die Add-on-Finanzierungen mit einem Anstieg von 16 Prozent im Jahr 2019 auf 29 Prozent im ersten Halbjahr 2020. Der Anteil der neuen Finanzierungen (Primary und Secondary) ist von 56 Prozent Ende 2019 auf nur noch 31 Prozent im ersten Halbjahr gesunken. „Im Zweifel macht die Bank lieber eine Add-on-Finanzierung für ein ihr bereits bekanntes Portfoliounternehmen, als eine neue Transaktion“, kommentiert Norbert Schmitz die Entwicklung.

Nach der Vollbremsung im zweiten Quartal füllt sich aktuell die Pipeline wieder stetig und bis dato verschobene M&A-Prozesse werden vorbereitet, um nach dem Sommer wieder (neu) lanciert zu werden. „Per heute erwarten wir ein aktiveres viertes Quartal mit einem deutlichen Anstieg an neuen Transaktionen. Aber auch hier gilt, dass Banken wie auch Debt Funds weiterhin sehr stark auf die Qualität der Assets achten und Sektoren wie Automotive, Retail und Tourismus nur sehr schwer bis gar nicht zu finanzieren sein werden“, ergänzt Johannes Schmittat.

Auch am europäischen Gesamtmarkt für Unitranche-Finanzierungen von Debt Funds haben sich die Folgen des Corona-Virus respektive des Lockdowns deutlich niedergeschlagen. Nach dem stärksten Jahresauftakt seit Bestehen des MidCapMonitors mit 62 abgeschlossenen Transaktionen im ersten Quartal 2020 fiel das zweite Quartal mit 43 Transaktionen deutlich dahinter zurück – ein Minus von 30 Prozent. Während Deutschland mit neun Transaktionen (-25 Prozent) im zweiten Quartal noch glimpflich davonkam, waren die Märkte in Großbritannien (zwölf Transaktionen, -54 Prozent) und Frankreich (acht Transaktionen, -33 Prozent) überdurchschnittlich betroffen.

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