Private Equity Panel 2016 II von CMS und FINANCE: Private Equity-Manager verspüren extremen Kaufdruck

By on Mai 24, 2016

Während sich die Aktienkurse in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten um 10 bis 20 Prozent verbilligt haben, heizt sich der Private Equity-Markt in Deutschland immer weiter auf. Das ist Ergebnis des neuen Private Equity Panels, für das CMS Deutschland und das Magazin „FINANCE“ dreimal jährlich rund 40 Private Equity-Häuser anonym befragen. Derzeit beurteilen Private Equity-Manager die Kaufpreise als so teuer wie noch nie seit Auflage des Panels vor mehr als sechs Jahren. „Das aktuelle Preisniveau wird allseits als hoch empfunden, was vor allem daran liegt, dass nicht nur sehr viel Liquidität im Markt ist, sondern neben den klassischen Private Equity-Häusern immer mehr Player im Markt mitmischen, wie zum Beispiel Staats- und Pensionsfonds, die sich früher mit direkten Investments eher schwer getan haben. Das treibt die Preise“, erklärt CMS-Partner Dr. Tobias Schneider.

Mehr Gelder, weniger Investitionsziele

Bemerkenswert ist, dass die Private Equity-Manager wegen der rekordhohen Unternehmensbewertungen nicht zwangsläufig ins Verkäuferlager wechseln. Der Durchschnittswert, der die aktuelle taktische Positionierung anzeigt, ist mit 6,09 von 10 möglichen (= klarer Käufer) Punkten sogar auf das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr geklettert – ein starkes Anzeichen für den hohen Anlagedruck der Private Equity-Branche. Den Fonds fließen immer mehr Investorengelder zu, während die Zahl der zur Verfügung stehenden Investitionsziele in der Summe nicht zunimmt. „Der enge Markt verlangt von den Investoren kreative Ansätze, um nicht in der Masse unterzugehen oder völlig überhöhte Kaufpreise zu zahlen“, so Schneider. „Neben dem nicht ganz einfach umzusetzenden Ansatz, sich aus strukturierten Verkaufsprozessen möglichst herauszuhalten, sehen wir in letzter Zeit vermehrt Co-Investments zwischen Private Equity-Häusern und strategischen Investoren.“

Geschäftsaussichten stützen teure Bewertungen

Gleichzeitig gibt es auch Entwicklungen, die die weiter ansteigenden Unternehmensbewertungen stützen und dafür sorgen, dass Neu-Investments für die Private Equity-Häuser nicht per se renditeschwächer ausfallen müssen als in der jüngeren Vergangenheit. Die Einschätzung der befragten PE-Manager liegt schon seit langer Zeit nicht nur auf hohem Niveau – aktuell verbessern sich die Geschäftsaussichten sogar weiter und erreichen mit einem Wert von 7,06 Punkten (10 = sehr gute Aussichten) den höchsten Stand seit Mitte 2011. Darüber hinaus ist die Schwächephase, die am deutschen Finanzierungsmarkt rund um den Jahreswechsel zu beobachten war, inzwischen überwunden. Kredite für Buy-out-Deals sind wieder besser verfügbar, und auch die Konditionen haben sich verbessert. „Zumindest zum Teil können die steigenden Kaufpreise durch eine hohe Verfügbarkeit von Fremdkapital zu günstigen Konditionen aufgefangen werden“, betont CMS-Partner Dr. Joachim Dietrich.

Konkurrenz aus China

Der M&A-Boom lockt auch neue Käufergruppen, vor allem aus China, an. 91 Prozent der befragten PE-Panelisten sind sich sicher, dass das Interesse chinesischer Käufer heute stärker ist als vor einem Jahr. 88 Prozent erwarten, dass die Anzahl chinesischer Zukäufe am deutschen M&A-Markt in den nächsten zwölf Monaten noch weiter anziehen wird.

Uneinigkeit herrscht jedoch in der Beurteilung chinesischer Kaufinteressenten. 55 Prozent der Befragten meinen, dass chinesische Käufer jetzt schon konkurrenzfähig sind, wenn sie in straffen M&A-Prozessen gegen etablierte deutsche oder internationale Private Equity-Bieter antreten müssen. Dagegen zweifeln 45 Prozent der befragten PE-Manager daran, dass die Chinesen jetzt schon in der heißen Bieterphase eines M&A-Prozesses mithalten können, wenn sie es mit erfahrenen Mitbietern zutun haben. „Es zeigt sich, dass chinesische Investoren durchaus in der Lage sind, auch an kompetitiven Bieterverfahren mit Erfolg teilzunehmen und sich gegenüber etablierten Mitbietern durchzusetzen. Die Private Equity-Investoren sind gut beraten, sich auf zunehmende professionelle Konkurrenz aus China einzustellen“, so Dr. Joachim Dietrich.

(Quelle)


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