Schraubenspezialisten Emil Niggeloh und Hugo Dürholt fusionieren

  • Investkapital gründet neue ENI Spezialschrauben und erhält alle Arbeitsplätze
  • Falkensteg begleitet Sanierungsverfahren und führt Verkaufsprozess durch
  • Sachwalter Dr. Jörg Bornheimer und Dr. Mike Westkamp überwachen und unterstützen den Prozess

Die beiden Schraubenhersteller Emil Niggeloh GmbH (Ennepetal) und Hugo Dürholt GmbH (Wermelskirchen) werden zusammengeführt. Darüber hinaus wird die Produktion am Standort in Ennepetal gebündelt. Das sind die Pläne des Investors Investkapital Industrieholding AG, der die beiden insolventen Unternehmen übernommen hat. Die Kaufverträge wurden in dieser Woche unterschrieben. Das neue Unternehmen wird unter ENI Spezialschrauben GmbH firmieren. Die Mitarbeiter wurden heute in einer Betriebsversammlung über die Zukunft des Schraubenherstellers unterrichtet. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Emil Niggeloh und Hugo Dürholt befinden sich derzeit in einem Eigenverwaltungsverfahren, in dem unter Insolvenzschutz eine Sanierung erfolgt. Die Düsseldorfer Sanierungsberatung Falkensteg begleitet die beiden Unternehmen in dem Verfahren.

„Niggeloh und Dürholt haben eine turbulente Zeit hinter sich. Mit dem Verkauf ist die Sanierung erfolgreich beendet und das Tagesgeschäft geht in ruhiges Fahrwasser über. Mein Dank gilt insbesondere den Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, den Beratern und den Sachwaltern, die mit viel Engagement an diesem Ziel gearbeitet haben. Ich freue mich, die Unternehmen, die lange ein Teil unserer Familientradition waren, in gute Hände übergeben zu können“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Oliver Niebuhr auf der Mitarbeiterversammlung.

Emil Niggeloh ist eine der beiden produzierenden Gesellschaften der Niggeloh-Gruppe und produziert seit 120 Jahren als Familienunternehmen in der vierten Generation Spezial- und Sonderschrauben für den Anlagen-, Maschinen-, Nutzfahrzeug-, Brücken- und Schiffsbau. Das Spektrum reicht von kleinformatigen Sonderanfertigungen bis hin zu großen Schraubenbolzen für Großmotoren oder Bergbaumaschinen und -bagger. Hugo Dürholt wurde 2017 von Emil Niggeloh erworben. Sie fertigt DIN-Schrauben, Sonderschrauben und Drehteile nach Kundenvorgabe.

Nach der Fusion beschäftigt ENI rund 60 Mitarbeiter am Standort in Ennepetal. Die Produktion in Wermelskirchen wird im Laufe dieses Jahres planmäßig geschlossen und mit den 16 Arbeitsplätzen nach Ennepetal verlagert. Sie soll in eine neue Halle am Talsperrenweg ziehen, die sich im Bau befindet. „Die Investkapital ist eine unternehmergeführte Beteiligungsgesellschaft. Dabei verstehen wir uns nicht als reiner Finanzierer, sondern als aktive Unternehmer, die vor Ort Verantwortung in den Unternehmen übernehmen. Unser Ziel ist es, die ENI operativ und strategisch weiterzuentwickeln“, so der neue ENI-Geschäftsführer Norbert Lüling.

Die beiden Schraubenspezialisten waren im vergangenen Jahr in wirtschaftliche Schieflage geraten, nachdem geplante Aufträge nicht realisiert werden konnten, und beantragten am 9. September 2019 beim Amtsgericht Hagen zur Sanierung ein Eigenverwaltungsverfahren. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen fortzuführen. Dazu bleibt die Geschäftsführung im Amt. Als Generalbevollmächtige unterstützen Tillmann Peeters und Sebastian Wilde von der sanierungserfahrenen Unternehmensberatung Falkensteg die beiden Unternehmen und entwickelten ein Sanierungskonzept. Schon im laufenden Verfahren konnten mit gestiegenen Auftragseingängen und vereinbarten Preiserhöhungen wesentliche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. „Einen großen Sanierungsbeitrag zu diesem Erfolg leisteten die Mitarbeiter, die Zugeständnisse bei der Arbeitszeit machten. Dafür gilt mein besonderer Dank, denn es hat die Sanierung und den Verkauf deutlich nach vorne gebracht“, erklärt Tillmann Peeters. „Im Verfahren konnten die Produktion und die Belieferung der Kunden dauerhaft sichergestellt werden. Mit dem neuen Investor ist die ENI noch besser aufgestellt. Kleine Absatzschwankungen werden deshalb gut gemeistert werden“, ergänzt Sebastian Wilde. Beide Generalbevollmächtigte werden nach der Übertragung des Geschäftsbetriebes wieder aus dem Unternehmen ausscheiden.

Weiterhin starteten Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt und Florian Weingärtner einen strukturierten Verkaufsprozess, der in der nun erfolgten Transaktion mündete. Im internationalen Transaktionsprozess konnte ein breites Marktinteresse erzeugt werden. Die strategisch gefestigte Marktstellung, das diversifizierte Kundenspektrum sowie das tiefe Produktions-Know-how der beiden Unternehmen waren hierbei die wesentlichen Treiber der Transaktion.

Damit in dem Eigenverwaltungsverfahren den Gläubigern keine Nachteile entstehen, steht das Unternehmen und die Geschäftsführung unter der Aufsicht eines Sachwalters. Als Sachwalter sind die sanierungserfahrenen Rechtsanwälte Dr. Jörg Bornheimer für die Emil Niggeloh GmbH und Dr. Mike Westkamp für die Hugo Dürholt GmbH von der Kanzlei Görg tätig. „Die Lieferanten, Kunden und die Sparkasse haben den Sanierungsweg immer konstruktiv begleitet und standen zum Unternehmen. Das waren wesentliche Voraussetzungen für das erfolgreiche Verfahren“, so Sachwalter Dr. Mike Westkamp.

Beteiligte

  • Berater Eigenverwaltung: Tillmann Peeters, Sebastian Wilde (alle Falkensteg)
  • Sachwalter: Dr. Jörg Bornheimer, Dr. Mike Westkamp (alle Görg)
  • Berater M&A: Jonas Eckhardt, Florian Weingärtner (alle Falkensteg)