Schwache Buy&Build-Aktivitäten im 1. Quartal 2013 in Europa

By on Mai 13, 2013

•    Rückgang bei der Zahl der Folgeakquisitionen auf das drittniedrigste Niveau der letzten fünf Jahre
•    Durchschnittswert der Folgeakquisitionen im 1. Quartal 2013 nahezu stabil und leicht über dem Durchschnittswert für das Gesamtjahr 2012
•    Großbritannien/Irland und Skandinavien bei Zukäufen aktivste Regionen in Europa

Silverfleet Capital hat heute gemeinsam mit Mergermarket die Ergebnisse seines Buy&Build-Monitors für das 1. Quartal 2013 veröffentlicht. Dabei hat sich der bescheidene Aufschwung, der im 4. Quartal 2012 festgestellt werden konnte, als kurzlebig erwiesen. Im 1. Quartal 2013 gingen die Aktivitäten wieder signifikant zurück und zeigten das drittschwächste Niveau der letzten fünf Jahre: Der Umfang der Buy&Build-Tätigkeit in Europa fiel mit nur 56 Folgeakquisitionen[*] wesentlich schwächer aus als in den vorangegangenen Vergleichszeiträumen. Im selben Quartal des Vorjahres wurden noch 78 Folgeakquisitionen abgeschlossen. Im Durchschnitt des Jahres 2012 wurden 72 Folgeakquisitionen pro Quartal getätigt.
Der Durchschnittswert der Folgeakquisitionen blieb mit 59 Millionen Euro* im 1. Quartal 2013 stabiler im Vergleich mit 60 Millionen Euro im 4. Quartal 2012 und lag leicht über dem Durchschnittswert von rund 53 Millionen Euro im Gesamtjahr 2012. Der aktuelle Durchschnittswert basiert jedoch auf einer kleinen Fallzahl, da im 1. Quartal 2013 lediglich die Werte von elf abgeschlossenen Transaktionen bekanntgegeben wurden.
Neil MacDougall, Managing Partner von Silverfleet, kommentierte die aktuellen Ergebnisse: „Das Streben der durch Private Equity unterstützten europäischen Unternehmen nach weiteren Folgeakquisitionen in bestimmen Teilen Europas war im ersten Quartal 2013 sehr schwach ausgeprägt, vor allem in Frankreich. Im Gegensatz dazu blieb die Anzahl der Folgeakquisitionen von Zielunternehmen außerhalb Europas gleich im Hinblick auf die Aktivitäten des letzten Jahres.“
MacDougall ergänzte: „Wie bereits im 4. Quartal 2012 wurde der größte Zukauf des Berichtsquartals mit einem veröffentlichten Wert in Skandinavien getätigt: Die Akquisition der in 12 Ländern operierenden Schädlingsbekämpfungssparte von ISS durch die von EQT unterstützte Anticimex AB mit einem Wert von 2 Milliarden dänischen Kronen. Dies war eine von zehn Folgeakquisitionen mit Investitionsziel in Skandinavien, die in diesem Quartal bekanntgegeben wurden und zu einem stabilen Aktivitätsniveau in diesem Teil Europas geführt haben. Für Kontinentaleuropa insgesamt lagen die M&A-Aktivitäten im Mittelstandsmarkt ebenso wie die Anzahl der Buyouts im 1. Quartal 2013 allerdings auf einem stark gedämpften Niveau. Das ist auch bei den Buy&Build-Aktivitäten deutlich erkennbar. Die Zahlen legen nahe, dass die Europäer aktuell noch kein Ende der Staatschulden- und Bankenkrise sowie deren Folgewirkungen auf das Wachstum des BIP absehen können.“

Die nachstehende Tabelle zeigt die geographische Aufteilung der Zielunternehmen, die im 1. Quartal 2013 erworben wurden, in direktem Vergleich zum gesamten Jahr 2012. Die Aktivitäten in Großbritannien und Irland, in Skandinavien, den Benelux-Ländern, in Zentral- und Osteuropa sowie in der übrigen Welt blieben im Wesentlichen auf der Höhe des letzten Jahres, während speziell Frankreich deutlich weniger aktiv war. Allerdings waren auch Deutschland, die Schweiz und Österreich sowie Spanien und Portugal weniger rege. Gemessen an den Zahlen war die Aktivität in Italien bereits 2012 sehr gering und hat sich auch zu Beginn des Jahres 2013 nicht gesteigert.

Standort des Zielunternehmens    2012  /  Q1 2013
Großbritannien und Irland    59  /  12
Deutschland, Schweiz und Österreich    44  /  7
Frankreich    38 /  2
Skandinavien    42  /  10
Benelux    25  /  6
Spanien und Portugal    12  /  2
Italien    9  /  3
Zentral- und Osteuropa    10  /  4
Südosteuropa    3  /  0

Gesamteuropa    242  /  46

Nordamerika    23  /  5
Asien Pazifik    15  /  5
Latein Amerika    3  /  0
Mittlerer Osten und Afrika    2  /  0

Gesamte übrige Welt    43  /  10

Insgesamt    285  /  56

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Über den „European Buy&Build-Monitor“
Seit dem Jahr 2003 analysiert Silverfleet Capital zusammen mit Mergermarket die Trends der Buy&Build-Aktivitäten im europäischen Private-Equity-Markt. Im Jahr 2010 hat Silverfleet erstmals begonnen, eine vierteljährliche Aktualisierung des „Buy&Build-Monitor“ zusätzlich zu der jährlich veröffentlichten Untersuchung herauszugeben. Die von Mergermarket aufbereiteten Daten umfassen ausschließlich Folgeakquisitionen von Unternehmen, deren Eigenkapital zu mehr als 30% von einem Private-Equity-Fonds gehalten wird. Die Plattform-Unternehmen müssen in Europa ansässig sein. Zusätzlich muss der Wert der Zukäufe 5 Millionen Euro übersteigen oder aber das Zielunternehmen muss mindestens einen Umsatz von 10 Millionen Euro aufweisen, um in die Berechnungen mit aufgenommen zu werden.

Über Silverfleet Capital
Silverfleet Capital ist eine im europäischen Mittelstandsmarkt seit mehr als 25 Jahren aktive Private-Equity-Gesellschaft, die gemeinsam mit dem Management ihrer Portfolio-Unternehmen an der Realisierung von Buy&Build-Strategien arbeitet. Wir begleiten Unternehmen bei der Schaffung von Werten durch beschleunigtes Wachstum mit Investitionen beispielsweise in neue Produkte, Produktionskapazitäten oder Personal, erfolgreiche „Roll-out“-Konzepte wie im Einzelhandel oder durch Folgeakquisitionen („Buy&Build“). Seit dem Jahr 2000 haben die Portfolio-Unternehmen von Silverfleet etwa 110 Folgeakquisitionen getätigt.
Silverfleet Capital kann eine Anzahl durchweg erfolgreicher Investments aufweisen. Zu den namhaften Veräußerungen zählen TMF, ein weltweit aktiver, unabhängiger Management-Dienstleister (Investment-Multiple 6,1), Phadia, der Weltmarktführer in der Allergiediagnostik (Investment-Multiple 4,8), Histoire d’Or, ein führender Schmuck-Einzelhändler in Europa (Investment-Multiple 3,0), Sterigenics International Inc. sowie European Dental Partners (Müller & Weygand).
Im April 2013 gab Silverfleet Capital die Unterzeichnung der Vereinbarung zum Erwerb von Ipes, einem PE Fondsdienstleister mit Sitz in Guernsey bekannt. Im selben Monat schloss Silverfleet Capital den Erwerb von A/S Cimbria ab, eines führenden internationalen Ausrüsters für Saatgut- und Getreideverarbeitung in Dänemark. Weitere kürzlich erfolgte Investments sind u.a. La Fée Maraboutée in Frankreich, eine international aktive Groß- und Einzelhandelskette für exklusive Damenmode (Dezember 2012); Aesica Pharmaceuticals, ein britischer Pharmazie-Auftragshersteller (Oktober 2011); Office, das Schuhmode-Unternehmen in Großbritannien (Dezember 2010); creatrade**, der in Deutschland erworbene, führende Katalog- und Online-Versandhandel für Mode, Lifestyle und Werbe- sowie Geschenkartikel (Oktober 2010) und Kalle, der weltweit führende Hersteller synthetischer Wursthüllen (September 2009). Nach Abschluss des Erwerbs von Ipes wird der aktuelle Fonds von Silverfleet mit 670 Millionen Euro zu rund 60% investiert sein.
Silverfleet Capital betreut rund eine Milliarde Euro an investiertem und bereitgestelltem Investitionskapital und hat Büros in London, Paris, München und Chicago. Dieses Netzwerk von Niederlassungen ermöglicht Silverfleet Capital das Management komplexer Investitionen auch in unterschiedlichen Rechtssystemen sowie die Unterstützung von Portfoliounternehmen bei nationalen und internationalen Buy&Build-Strategien.

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[*] Es handelt sich um einen Ausgangswert. Wir haben festgestellt, dass oft erst lange nach Abschluss des Quartals zusätzliche Daten von Buyouts und Buy&Build-Transaktionen bekannt werden und erwarten daher für unseren nächsten Report eine Korrektur dieser Zahl nach oben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sich der allgemeine Trend dadurch verändern wird.
**creatrade Holding GmbH firmierte früher unter den Namen Schneider Holding GmbH und vereint verschiedene Marken unter einem Dach, darunter Impressionen, Conley’s, Discovery und schneider.de


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