Technologie für die Finanzbranche: M&A Deals schließen im ersten Halbjahr 2018 mit einem Transaktionswert von 40 Milliarden USD

By on November 2, 2018
  • Hampleton Partners Report: Fintech M&A wird „erwachsen“ und besonders im digitalen Zahlungsverkehr nimmt M&A zu
  • Machine Learning, Finanzmedien, Datenlösungen und Zahlungsdienstleister heizen im ersten Halbjahr 2018 Deals an
  • Blockchain-Lösungen, Insurtech und Europas überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinien (PSD2) werden voraussichtlich die nächste Welle von Fintech M&A-Aktivitäten vorantreiben
  • Große Banken und traditionelle Versicherungsunternehmen setzen zunehmend auf strategische Deals
  • Artificial Intelligence wird aufgrund von Betrugserkennung, Customer Analytics sowie der Fähigkeit der Geldwäschebekämpfung zunehmend zur Schlüsselkomponente in Fintech-Investitionen

Laut jüngstem Fintech Hampleton Partners M&A-Marktbericht hat dieser Sektor im ersten Halbjahr 2018 141 Transaktionen mit einem ausgewiesenen Transaktionswert von fast 40 Milliarden US-Dollar gemeldet – das sind gut 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg der Transaktionswerte ist auf die zunehmende Akzeptanz des digitalen Bankgeschäfts, des Zahlungsverkehrs und der Finanzdatendienste durch Verbraucher und Unternehmen zurückzuführen. Das hat zu großen Tickettransaktionen wie der Übernahme von Thomson Reuters durch Blackstone für 17 Milliarden US-Dollar geführt.

Europas Banken handeln aggressiv, um ihr Wachstum voranzutreiben. Und so nehmen sie Softwareunternehmen in vielen Segmenten – vom Handel über den Vertrieb bis hin zur Buchhaltung – ins Visier, um ihre bestehende Infrastruktur zu aktualisieren. Ein solcher Deal ist beispielsweise der Kauf von FreeAgent durch die Royal Bank of Scotland, einem in Edinburgh ansässigen Anbieter von Buchhaltungssoftware.

Jo Goodson, Managing Director bei Hampleton Partners, kommentiert: „Die M&A-Aktivitäten von Fintech werden nach einem anfänglichen Anstieg durch eher zufällige Deals durch sogenannte Early Innovators erwachsen. Jetzt verfolgen Unternehmen und Finanzeinkäufer gleichermaßen größere und gezieltere Investitionen, die dazu beitragen, den Backoffice-Betrieb zu rationalisieren, das digitale Kundenerlebnis zu verbessern und Kosten zu senken.“

Im digitalen Zahlungsverkehr nimmt M&A zu
Das Segment der digitalen Zahlungs- und Transaktionsverarbeitung macht zwei der fünf wichtigsten Deals der Fintech-Branche aus und liefert weiterhin hohe Multiplikatoren. Ein Paradebeispiel war Paypal bei der Übernahme des in Stockholm ansässigen Zahlungsanbieters iZettle mit 2,2 Milliarden Dollar in bar bei 19-fachem Umsatzrückstand. In einer weiteren bahnbrechenden Transaktion hat sich das französische Zahlungsdienstleistungsunternehmen Worldline bereit erklärt, die Zahlungseinheit des Schweizer Börsenbetreibers SIX Group für 2,75 Milliarden US-Dollar zu kaufen.

Was die Online- und elektronische Zahlungsabwicklung betrifft, so konzentrierten sich die Transaktionen zwar überwiegend auf den US-Markt, aber die größten dieser Transaktionen betrafen den Verkauf des Kartenverarbeitungsgeschäfts von First Data in sieben europäischen Ländern in Höhe von 442 Millionen US-Dollar an den italienischen Konkurrenten SIA. Weiterer prominenter Erwerber im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahlungsverarbeitungsgesellschaft Paysafe Group, die ihrerseits 2017 von Buyout-Firmen, Blackstone und CVC Capital Partners übernommen wurde.

Die Zukunft von Fintech M&A
Jo Goodson wagt eine Prognose zu Fintech M&A: „In Zukunft dürfte die Umsetzung der überarbeiteten europäischen Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) ein wichtiger Faktor für die Transaktionslandschaft sein. Sie fördert den gesamteuropäischen Wettbewerb und die Beteiligung an der Zahlungsindustrie, einschließlich Unternehmen, die keine Banken sind. Neue Marktteilnehmer werden gleiche Wettbewerbsbedingungen und einen harmonisierten Verbraucherschutz und -rechte finden. Das wird neue Marktteilnehmer auf dem Finanzdienstleistungsmarkt ermutigen und das Wachstum und die Bewertung von M&A-Transaktionen weiter vorantreiben.“

„Für das restliche Jahr 2018 und bis in 2019 hinein könnten eine Reihe von Blockchain-Lösungen auf den Markt kommen und Insurtech eine große Welle von Deals auslösen. Denn traditionelle Versicherer werden ihre Bemühungen nach mehr Innovation bei ihren Verbraucher- und Unternehmensangebote durch M&A verstärken.“

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