Umdenken! – Mögliche Krisen einplanen und rechtzeitig Vorbereitungen treffen

By on September 26, 2014

Restrukturierungsexperten diskutieren bei OLSWANG über neue Möglichkeiten der Unternehmenssanierung

Eine Krise stellt stets eine schwierige Situation für Unternehmen dar. Durch rechtzeitige und kompetente Begleitung kann diese jedoch häufig ohne grundsätzliche Schäden für die eigene Existenz überstanden und das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht werden. Dank der massiven Änderungen im deutschen Insolvenzrecht ergeben sich für Unternehmen in Krisen oder krisennahen Situationen zahlreiche neue Handlungsmöglichkeiten.
Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter und Restrukturierungsexperten Christian Köhler-Ma lud die internationale Wirtschaftskanzlei zum ersten OLSWANG Forum Restrukturierung & Insolvenz ein, um alle Branchen auf die neuen insolvenzrechtlichen Instrumente, wie Sanierung in Eigenverwaltung (Schutzschirmverfahren), aufmerksam zu machen.
Dr. Gordon Geiser, verantwortlicher Partner für den Bereich Restrukturierung und Insolvenz bei OLSWANG, moderierte die Podiumsdiskussion mit Dr. Hans Volkert Volckens, Geschäftsführer der Immobilis Trust, Oliver Räuscher, Partner bei Roland Berger, Dr. Ralf Pampel, Managing Director beim Bankhaus Metzler und Christian Köhler-Ma, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter bei Olswang Restructuring Solutions. Die Experten waren sich einig, dass bei externen Managern und Wirtschaftsberatern bereits ein Umdenken stattgefunden hat, eigentümergeführte Unternehmen die Tatsachen jedoch oft zu lange nicht sehen wollen und somit gute Sanierungschancen vergeben.
Die gesetzlichen Änderungen im Insolvenzrecht ließen viele kreative Lösungsmöglichkeiten zu, lobte Köhler-Ma. Als problematisch sah er, dass häufig eher psychologische Gründe und Emotionen der unmittelbar Betroffenen eine frühzeitige und schnelle Sanierung blockierten. Es werde zu lange versucht, längst Verlorenes zu retten. Er betonte: „Es ist im Interesse der Gläubiger, frühzeitig über Lösungsansätze nachzudenken, anstatt solange auf ein Wunder zu hoffen, bis der völlige Zusammenbruch kommt und die Verluste für die Gläubiger letztlich erheblich größer sind.“ Insgesamt sieht er einen ganz klaren Trend weg von der traditionellen Insolvenzverwaltung hin zur Insolvenz in Eigenverwaltung. Auch Unternehmensberater sehen Insolvenzen als Alternative und wichtiges Instrument im Werkzeugkasten, erklärt Räuscher. Mit den neuen Möglichkeiten des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) sei eine frühzeitige Vorbereitung auf den Ernstfall wesentlich.
Ob ein Unternehmen die Chance hat, gestärkt aus einer Krise hervorzugehen, hängt laut Dr. Volckens insbesondere von drei Faktoren ab: Es müsse ein funktionierendes Geschäftsmodell vorhanden sein, denn bei einem Produkt, für das es keinen Markt gibt, helfe auch keine Sanierung. Notwendig sei zudem eine frühzeitige Einbindung aller Beteiligten sowie der Mitarbeiter, um in der Krise eine starke Kernmannschaft zu haben. Zu guter Letzt müssten die Verantwortlichkeiten im Management geklärt werden. Für die Geschäftsführung stelle das Krisenmanagement eine ganz besondere Gratwanderung dar, da Geschäftsführer sowohl bei verfrühtem als auch bei verspätetem Handeln persönlich haften. Um solche Fehlentscheidungen und persönliche Schadenersatzpflichten zu vermeiden, sollen Unternehmen zwingend auf vernünftige externe Beratung vertrauen.
Die Einführung des ESUG eröffne insbesondere auch neue Gestaltungsmöglichkeiten für Investoren, so Dr. Pampel. Kommt es hingegen zur Verwertung des Unternehmens, werde primär im Sinne der Gläubiger gehandelt. Dann seien sowohl der zeitliche Rahmen als auch die zur Verfügung stehenden Werkzeuge begrenzt.

www.olswang.de


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