Mittelstand erwartet nach Corona-Krise zügige Erholung und steigende Zinsen

Die Unternehmensberatungen Ebner Stolz Management Consultants GmbH (Ebner Stolz) und Wolff & Häcker Finanzconsulting AG (whf) legen die Ergebnisse ihrer siebten gemeinsamen Studie zur aktuellen Situation und Finanzierung im Mittelstand vor. Im Sommer 2021 befragten die Berater bundesweit knapp 5.000 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem verarbeitenden Gewerbe zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Finanzierung und das Geschäftsmodell mittelständischer Betriebe.

Optimismus beim Blick in die Zukunft

Die Corona-Krise traf den Mittelstand durch Auftragsrückgänge, Umsatzeinbußen sowie Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Waren und Rohstoffen. Durch eine insgesamt stabile Finanzierung und hohe Eigenkapitalquoten hatte allerdings nur rund ein Sechstel der Befragten Probleme bei der Kapitalbeschaffung. Zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmer (66%) rechnen damit, die Vorkrisen-Umsätze in den kommenden drei Jahren wieder zu erreichen.

„Lage und Zukunftsaussichten im Mittelstand haben sich nach der Corona-Krise deutlich stabilisiert. Erfreulicherweise blicken rund drei Viertel der Befragten optimistisch in die Zukunft“, sagt Michael Euchner, Partner bei Ebner Stolz.

Als größte Hemmnisse für weiteres Wachstum werden neben der Wettbewerbssituation (89%) insbesondere eine zunehmende Bürokratie (78%) sowie fehlendes qualifiziertes Personal (72%) genannt. In der Krise fanden die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen großen Zuspruch. Rund 66% der befragten Unternehmen geben an, Kurzarbeit eingesetzt zu haben.

„Im Großen und Ganzen zeigen sich 69% der Befragten mit den in Anspruch genommenen Liquiditätssicherungsmaßnahmen zufrieden – kritische Stimmen bilden nur eine sehr kleine Minderheit“, so whf-Vorstand Dr. Mirko Häcker.

Mittelstand setzt weiterhin auf klassische Finanzierungsformen

Der Mittelstand setzt weiterhin vor allem auf klassische Finanzierungsformen. Bank- oder Förderdarlehen (69%), Gesellschafterdarlehen (59%) sowie Leasing/Factoring (57%) dominieren das Finanzierungsgeschehen. Alternative externe Finanzierungsquellen wie strategische Investoren, Finanzinvestoren oder Private Debt Fonds stuft die große Mehrheit weiterhin als unattraktiv ein. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wird ferner auf die Thesaurierung von Gewinnen sowie zusätzliche Einlagen der Gesellschafter gesetzt.

Lediglich 11% der Befragten nahmen externes Eigenkapital – in Form einer Beteiligungsfinanzierung – in Anspruch. Für über drei Viertel der Befragten hat sich die Finanzierungssituation während der Corona-Krise indes nicht verändert. Lediglich ein geringer Teil berichtet von erhöhten Reporting-Anforderungen (17%) oder strengeren Kreditklauseln (15%).

Unternehmen erwarten steigende Zinsen

Die Mehrheit der Unternehmen gehen von einem künftig steigenden Zinsniveau aus. Die Hälfte der Unternehmen erwarten mittelfristig (in ein bis drei Jahren) steigende Zinsen – 80% rechnen überdies mit einem langfristigen Anstieg. Hinsichtlich der Inflationsrate fällt die Prognose ebenfalls sehr eindeutig aus: 87% rechnen mit einem künftigen Anstieg.

„Viele Unternehmen erleben eine deutliche Verteuerung bei ihrer Warenbeschaffung. Dies führt bei ihnen auch zu der Erwartung steigender Inflation und höherer Zinsen“, sagt Prof. Dr. Hendrik Wolff, Vorstand bei whf.

Bewährte Geschäftsmodelle – Prozessoptimierung im Fokus

Die meisten Befragten (84%) empfinden im Zuge der Corona-Krise keinen größeren Veränderungsdruck auf das jeweilige Geschäftsmodell. Lediglich 16% sehen in der Corona-Krise die Chance oder Notwendigkeit, ihr Geschäftsmodell neu auszurichten. Vor allem die Prozessoptimierung im Zuge der Digitalisierung wird als Kern der Veränderung identifiziert (65%). Die Erschließung neuer Vertriebskanäle (47%) und ein besseres Kostenmanagement (45%) werden ebenfalls als wichtige Transformationsthemen gesehen.

„Die Geschäftsmodelle vieler mittelständischer Unternehmen haben sich in der Corona-Krise bewährt. Dennoch nimmt der Druck zu, Prozesse weiterzuentwickeln, die Digitalisierung umzusetzen und neue Vertriebskanäle zu erschließen“, so Prof. Dr. Heiko Aurenz, Partner bei Ebner Stolz.

Die vollständige Studie ist auf Anfrage hier erhältlich.

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